Offener Brief an Karl Richter und die NPD

17 Mai 2014
Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Author :  

Distanzierung von Karl Richter und der NPD

Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, dass es tatsächlich Menschen und Organisationen gibt, die den Kampf für den Frieden, das höchste Gut aller, vor ihren eigenen Karren zu spannen versuchen.

Eine von Parteien und Ideologien unabhängige Bewegung aus der Mitte der Gesellschaft, die sich allein durch ihre friedlichen Ziele definiert, scheint da besonders interessant zu sein für jene, denen es bezüglich ihrer Ziele und Methoden selbst an Attraktivität und Breitenwirkung fehlt. Dieses Verhalten ist in unseren Augen jedoch weder angemessen noch tolerierbar! Um das ein weiteres Mal klarzustellen, die Mahnwachen für den Frieden sind keine Wahlwerbung für die NPD, und jeder Versuch, unsere Bemühungen in dieser Weise zu nutzen ist in unseren Augen hochgradig asozial und verwerflich!

Wir wollen den WELTFRIEDEN!
Das bedeutet Frieden für alle Menschen auf diesem Planeten, unabhängig von ihrer Ethnie, Religion, sexuellen Ausrichtung, Gesellschaftsschicht und dem aktuellen Aufenthaltsort. Daher ist es für uns absolut nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet die NPD immer wieder versucht, uns für ihre Ziele auszunutzen.

Warum eigentlich? Wir verurteilen den Faschismus aufs Schärfste – und zwar in jeder Form, in der er daherkommt. Wir sind Menschen, die allen anderen friedliebenden Menschen die Hand reichen. Und wenn die Hand, die wir drücken, einem Menschen anderer Ethnie, anderen Glaubens oder auch einer anderen sexuellen Ausrichtung gehört, spielt das für uns überhaupt keine Rolle!

Es ist schon erstaunlich – und darüber hinaus reines Wunschdenken -, wie es einem Herrn Richter gelingt, das, was Ken Jebsen am Brandenburger Tor sagte, so zu verdrehen und umzudeuten, dass es klingt, als distanziere er sich tatsächlich von der Demokratie. Aber da für das totalitäre Weltbild offenbar Nachhilfe fällig ist bezüglich der Interpretation von Metaphern, bitte sehr. Kommt sofort:

Ken Jebsen hat – unter Verwendung eben jener Metaphern (Begriffserklärung auf Wikipedia erhältlich, bitte beachten: das Wort schreibt man mit „ph“) – darauf aufmerksam gemacht, dass die Demokratie, wie sie zurzeit in Deutschland funktioniert, eben NICHT funktioniert – und DAVON distanziert er sich (wobei wir uns ihm anschließen).
Und warum funktioniert sie nicht? Weil es gar keine Demokratie mehr ist. Eine repräsentative Demokratie, wie wir sie angeblich haben, kann nur dann funktionieren, wenn die gewählten Politiker strikt und ohne Ausnahmen den Wählern dienen, da diese abgesehen von der Wahl keinerlei direkte Einflussmöglichkeiten haben. Das muss im Umkehrschluss bedeuten: Kein Lobbyismus, keine Politik, die Banken und Konzerne bevorzugt oder deren Interessen dient oder Sozialabbau betreibt. Und die Medien als „vierte Macht im Staate“ sind in der Pflicht, dies zu kontrollieren und jedweden Verstoß gegen dieses Prinzip offenzulegen und anzuprangern, so dass der Souverän Wähler darauf reagieren kann. Dass dies leider nicht gegeben ist, ist das sichere Zeichen dafür, dass die Demokratie bei uns seit langer Zeit bewusst und gegen die Bürgerinteressen demontiert wird. Und genau auf diesen unhaltbaren Zustand bezog sich Ken Jebsen mit seinen Worten.

Also, um das nochmal unmissverständlich klarzustellen (schließlich enthält die Erklärung jede Menge komplizierter Wörter): Wir lehnen die Demokratie NICHT ab. Wir fordern IM GEGENTEIL eine FUNKTIONIERENDE Demokratie, in der die Bürger selbst die stärkste Lobby haben. Und wir fordern sie im Einklang mit dem Grundgesetz, in dem es heißt: „Alle Macht geht vom Volke aus.“

Klar soweit?

Wir sind eine bunte Mischung aus allem, was unsere Heimat derzeit an friedliebenden Menschen unterschiedlichster Hautfarben, Glaubensrichtungen und sexuellen Orientierungen zu bieten hat. Wir treten gemeinsam ein für den Frieden. Wir treten gemeinsam ein für eine freie Presse, die ihre Aufgabe – nämlich die des Garanten für die Demokratie – auch wirklich wahrnimmt. Wir treten gemeinsam ein für ein Finanzsystem ohne Fiat-Money und Zinseszins, und wir fordern dies zum Nutzen ALLER Menschen auf der Welt.

Wofür wir aber ganz sicher nicht stehen, Herr Richter, ist ein autoritäres oder totalitäres System. Begraben Sie diese Hoffnung. Begraben Sie sie schnell und tief und werfen Sie den Spaten danach weit fort. Die Mahnwachen für den Frieden werden sich von Ihnen und Ihrer Partei nicht instrumentalisieren lassen. Es ist mehr als peinlich und sagt viel aus, dass die NPD geschmacklos und gewissenlos genug ist, eine FRIEDENsbewegung aus der Mitte der Bevölkerung für ihre Zwecke zu missbrauchen!

Wir, die Initiatoren und Teilnehmer der Mahnwachen für den Frieden, und unsere Ziele stehen diesbezüglich NICHT zur Disposition! Nehmen Sie das bitte endgültig zur Kenntnis!

Lars Mährholz

Meldet euch bei uns
Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Rednern und Vorträgen zu unseren Kernthemen.

info@mahnwachen.info

Top

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie diese Webseite nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.